Wissen & Forschung

Seit 1975 bis 2016 hat sich die Zahl der übergewichtigen Mädchen (5-19 Jahre) von 5 Millionen auf 50 Millionen verzehnfacht und die Zahl übergewichtiger Jungen (5-19 Jahre) von 6 auf 74 Millionen erhöht.

Dies veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Imperial College London zum Welt-Adipositas-Tag am 11. Oktober.2017 im Fachblatt „The Lancet“.

Übergewicht in der Kindheit erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht erhöhen, wie ein niedriger sozialer Status und Übergewicht der Eltern. (KIGGS Basiserhebung: Übergewicht und Adipositas (2008))

 

Quellen:

The Lancet 2017: Worldwide trends in body-mass index, underweight, overweight, and obesity from 1975 to 2016: a pooled analysis of 2416 population-based measurement studies in 128·9 million children, adolescents, and adults

„Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS-Basiserhebung 2003-2006), Robert Koch-Institut, Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Studienleitung: Dr. B.-M. Kurth


Die Prävalenzzahlen für Übergewicht und Adipositas sind in den letzten Jahren in den westlichen Industrienationen kontinuierlich gestiegen. Ursache dafür sind unter anderem lebensstilabhängige Faktoren, wie Nahrungsüberfluss und Bewegungsmangel. Damit einher geht ein höheres Risiko der Mortalität und Morbidität sowie das Risiko für Sekundär- bzw. Begleiterkrankungen. Unerwünschte Konsequenzen, wie Diabetes mellitus Typ 2 oder verschiedene Herz-Kreislauferkrankungen, sind in diesem Zusammenhang als häufige Risiken zu nennen. Kinder haben ein höheres Risiko bei Persistenz der Adipositas bis ins Erwachsenenalter.

Vor dem Hintergrund steigender Prävalenzzahlen und zunehmender ökonomischer Belastung für das Gesundheitssystem erhöht sich die Nachfrage nach wirksamen und effizienten Präventionsmaßnahmen für die gesamte Bevölkerung. Die Adipositas gilt derzeit als eine der größten Herausforderungen für die Public Health.

Bei Kindern zählt Übergewicht zu den häufigsten metabolischen und ernährungsbedingten Erkrankungen. Die Prävalenzzahlen sind nach Ahmad seit den letzten 30 Jahren deutlich gestiegen. Der von der WHO im Jahr 2004 veröffentliche Report zu Childhood Obesity, belegt einen kontinuierlichen Anstieg der Übergewichts- und Adipositasprävalenz bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Langzeit-Kohortenstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) untersucht die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und kam darin zu einem Ergebnis von 15,4 % Übergewicht und 5,9 % Adipositas.

Quellen:
Roth, Kristina (2015): Ernährungs- und bewegungsbezogenen Präventionsprojekte in Deutschland - eine systematische Analyse von Evaluationsergebnissen zu bundes- und landespolitischen Interventionen. Masterarbeit im Studiengang Ernährungswissenschaften. Justus-Liebig-Universität Gießen.

Robert-Koch Institut (o.D.): KiGGS - Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Aufgerufen am 14.01.2020 von www.kiggs-studie.de/deutsch/studie.html.